Gesundheit und Pflege

Delegationsreise nach Japan

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Das Bundesland Niedersachen fördert bereits seit einigen Jahren ein Austauschprogramm mit der japanischen Präfektur (Verwaltungsgebiet) Tokushima südlich von Osaka. Für einen direkten Austausch zum Thema Gesundheit und Pflege mit den japanischen Kolleginnen und Kollegen nahm die Leitung der Gesundheitsimpulse Heidrun Pundt als Vorstandsmitglied des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Nordwest an einer Delegationsreise nach Japan teil.

Auch Japan stellt eine immer älter werdende Gesellschaft fest und baut dementsprechend die pflegerische Begleitung aus. Dabei wird – ähnlich wie in Deutschland – auf Pflegefachpersonen aus Ausbildung und Studium sowie Pflegehilfskräfte gesetzt. In der Langzeitversorgung folgt Japan den „Fünf Nullen“ – ein präventives, ressourcenschonendes Konzept, das als Vorbild für eine würdevolle, effiziente und menschliche Pflege gilt: Null Infektionen, null Stürze, null Dekubitus (Druckgeschwüre durch Liegen), null Medikamentenfehler, null Fixierung. Konkrete Ziele, die dort auch mit einem hohen personellen und technischen Aufwand erreicht werden. Um die Lage in der Pflege zu beurteilen und zu verbessern, legt der seit letztem Jahr im Amt seiende Gouverneur großen Wert auf wöchentliche Termine zwischen den Vertreter- innen und Vertretern des Berufsverbands und der Landesregierung. Er sieht hier auch für sich eine wichtige Verantwortung für die Bevölkerung in seiner Präfektur. Ein weiterer systematisch auf- und ausgebauter Aspekt ist der Katastrophenschutz. Durch die häufigen Erdbeben in Japan sind die Krankenhäuser für einen Massenanfall an Verletzten eingerichtet und führen regelmäßig entsprechende Übungen durch. Das Präfekturkrankenhaus, das ungefähr so groß ist wie das DIAKO, kann in seinem Schockraum bis zu sechs Verletzte versorgen. Ebenso bietet es einen Standort für sogenannte Flight Doctors und Flight Nurses, die Patientinnen und Patienten in abgelegenen oder schwer zugänglichen Gebieten mithilfe von Flugzeugen versorgen und transportieren. „Mich hat es sehr beeindruckt, wie das Zusammenspiel der Professionen sich im Alltag darstellt und mit welchem Selbstverständnis die Profession Pflege agiert und dadurch akzeptiert wird. Die Sicherung der Versorgung der Bevölkerung erscheint wichtig, die Ausstattungen der Einrichtungen sind modern und gut nutzbar. Es war eine sehr eindrückliche Reise, der Austausch war sehr wertschätzend und wir können wirklich viel voneinander lernen“, beschreibt Heidrun Pundt den Aufenthalt in Japan. 

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