Das DIAKO Krankenhaus Bremen hat das 20-jährige Bestehen des Cochlea Implantat Zentrums Bremen gefeiert. Rund 120 Gäste folgten der Einladung von Professor Dr. Di Martino, Chefarzt der HNO-Klinik und Leiter des Cochlea Implantat Zentrums Bremen. Die Jubiläumsveranstaltung fand in der Cafeteria im Haus Emmaus auf dem DIAKO Campus statt und brachte Patientinnen und Patienten, Vertreterinnen und Vertreter aus Selbsthilfegruppen, Mitarbeitende der Klinik sowie Partner aus der Medizintechnik zusammen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Entwicklung der Cochlea-Implantat-Versorgung in Bremen, medizinische Innovationen sowie die Perspektiven für die Zukunft.
Entwicklung zu einer etablierten Behandlungsmethode
In seiner Begrüßung blickte Professor Dr. Di Martino auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück und erinnerte daran, wie sich die Versorgung mit Cochlea Implantaten in dieser Zeit entwickelt hat. Schon beim ersten Jubiläum vor zehn Jahren habe sich abgezeichnet, welchen Stellenwert diese Therapieform künftig einnehmen würde.
„Bereits vor zehn Jahren, als wir das erste Jubiläum des CIB gefeiert haben, war mir klar, dass sich diese Behandlungsmethode in Deutschland als Standard durchsetzen würde. Heute diskutiert niemand mehr über Vorteil und Nutzen eines Cochlea Implantats.“ Einen wichtigen Beitrag zur Bekanntheit des Themas in der Region schrieb er auch der Selbsthilfe zu. „Die Selbsthilfegruppe hat maßgeblich dazu beigetragen, das Thema Cochlea Implantat in Bremen und darüber hinaus bekannt zu machen.“ Von Beginn an habe das Cochlea Implantat Zentrum Bremen zudem großen Wert auf hohe Qualitätsstandards gelegt. Gleichzeitig hob der Chefarzt das Engagement seines Teams hervor.
„Bei uns sind Überzeugungstäterinnen und Überzeugungstäter am Werk. Das unterscheidet uns von anderen Einrichtungen. Für mich als Leiter des CIB ist das eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Mein Dank gilt dem gesamten Team sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern im DIAKO und darüber hinaus.“
Bremer Zugang als medizinische Innovation
In seinem Fachvortrag ging Professor Dr. Di Martino auch auf eine besondere Entwicklung aus Bremen ein. Er hat ein minimalinvasives Operationsverfahren für Cochlea Implantate entwickelt, das als „Bremer Zugang“ bekannt geworden ist. Dieses Verfahren ermöglicht einen besonders schonenden Zugang bei der Implantation und wird im Cochlea Implantat Zentrum Bremen kontinuierlich weiterentwickelt.
Der Chefarzt machte deutlich, dass Innovation und Weiterentwicklung auch künftig eine wichtige Rolle spielen werden. Gleichzeitig verwies er auf die zunehmend komplexen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen „Die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen werden zunehmend herausfordernder, auch wirtschaftlich. Diejenigen, die mich gut kennen, wissen: Das Cochlea Implantat ist mein Baby. Und ich möchte, dass mein Baby auch in Zukunft gut versorgt ist.“ Trotz der Veränderungen zeigte er sich zuversichtlich. „Ich bin guten Mutes, dass wir als HNO-Klinik und als Cochlea Implantat Zentrum im DIAKO die kommenden Herausforderungen gut meistern werden.“
Bedeutung für Patientinnen und Patienten
Auch die Geschäftsführung des DIAKO Krankenhaus Bremen würdigte die Arbeit des Zentrums. Geschäftsführer Thomas Kruse betonte in seinem Grußwort, dass hinter jeder Implantation eine persönliche Lebensgeschichte stehe. „Hinter jedem Cochlea Implantat steht ein Mensch und ein persönliches Schicksal.“ Er dankte dem Team der HNO-Klinik für seinen Einsatz und unterstrich die besondere Bedeutung des Versorgungsbereichs im aktuellen Krankenhausplan. „Das Cochlea Implantat ist eine eigene Leistungsgruppe in der aktuellen Entwicklung. Das zeigt, welche große Bedeutung dieser Bereich inzwischen hat.“
Die sogenannte Leistungsgruppe 51 umfasst nach den Richtlinien des Medizinischen Dienstes Bund die Versorgung mit Cochlea Implantaten. Innerhalb Bremens nimmt das DIAKO Krankenhaus Bremen dabei eine besondere Rolle ein. „Das DIAKO ist das einzige Krankenhaus in Bremen mit diesem Alleinstellungsmerkmal. Deshalb gehen wir sehr stark davon aus, dass wir diese Leistungsgruppe auch künftig behalten werden. Wir sind sehr sicher, denn im Cochlea Implantat Zentrum Bremen wird mit hervorragender Qualität gearbeitet.“
Einblicke in persönliche Erfahrungen
Neben den medizinischen Fachvorträgen kamen auch Betroffene zu Wort. Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfegruppe für Cochlea Implantat-Trägerinnen und -Träger berichteten von persönlichen Erfahrungen und von der Bedeutung der Implantate für ihren Alltag.
Ein besonderes Hörbeispiel machte die unterschiedlichen Klangwelten für Menschen mit und ohne Cochlea Implantat anschaulich. Der Song „Sound of Silence“ wurde dabei genutzt, um zu zeigen, wie sich Musik über ein Cochlea Implantat anhören kann und welche Emotionen damit verbunden sein können.
Darüber hinaus wurde deutlich, wie wichtig der Austausch innerhalb der Selbsthilfe ist. Die Gruppen bieten Unterstützung nicht nur für Patientinnen und Patienten, sondern auch für deren Partnerinnen und Partner, die den Weg mit einem Cochlea Implantat begleiten.
Austausch und Information beim Jubiläum
Ergänzend zu den Vorträgen konnten sich die Besucherinnen und Besucher an Informationsständen der Partnerunternehmen des Cochlea Implantat Zentrums Bremen über aktuelle Entwicklungen in der Hörtechnik informieren. Die Veranstaltung bot damit sowohl fachlichen Input als auch Raum für Gespräche und persönliche Begegnungen.
Für das leibliche Wohl sorgte die DIAKO Küche mit einem Imbiss, der den Gästen Gelegenheit zu weiterem Austausch in entspannter Atmosphäre bot.
Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, wie sich medizinische Innovation, engagierte Mitarbeitende, Selbsthilfe und moderne Technik im Cochlea Implantat Zentrum Bremen verbinden – mit dem gemeinsamen Ziel, Menschen mit Hörverlust neue Lebensqualität zu ermöglichen.