Antibiotic Stewardship-Team

Um die bedarfsorientierte Anwendung von Antibiotika sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Versorgung sicherzustellen, wurde die Strategie Antibiotic Stewardship (ABS) – eine Initiative zur Verbesserung des Antibiotikaeinsatzes – entwickelt. Auch im DIAKO stellt sich aktuell ein neues ABS-Team auf, um Maßnahmen für die gezielte Anwendung von Antibiotika zu entwickeln und zu etablieren.

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Wenn ein neues Antibiotikum auf den Markt kommt, dauert es oft nicht lange, bis die Bakterien in unserem Körper eine Widerstandsfähigkeit – Antibiotikaresistenz – entwickeln, die zu einer Hemmung der Wirksamkeit führen kann. Die Verbreitung dieser Antibiotikaresistenzen sowie die limitierte Neuentwicklung und die zunehmend häufiger auftretenden Lieferengpässe machen einen umsichtigen, kontrollierten und angemessenen Einsatz der verschreibungspflichtigen Medikamente in allen Bereichen der Medizin unabdingbar. Um die bedarfsorientierte Anwendung von Antibiotika sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Versorgung sicherzustellen, wurde die Strategie Antibiotic Stewardship (ABS) – eine Initiative zur Verbesserung des Antibiotikaeinsatzes – entwickelt. Auch im DIAKO stellt sich aktuell ein neues ABS-Team auf, um Maßnahmen für die gezielte Anwendung von Antibiotika zu entwickeln und zu etablieren.

Der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika fördert nicht nur die Entstehung resistenter Bakterien, sondern gefährdet aufgrund der mit der Einnahme verbundenen Risiken und Nebenwirkungen auch die Patientensicherheit. Marina Zdravkovic, Oberärztin der Anästhesiologie und Intensivmedizin und die Leiterin der Krankenhausapotheke Marina Glaser streben mit der Gründung des neues ABSTeams das Ziel an, durch die Etablierung neuer Antibiotika-Strategien die Behandlung von Infektionskrankheiten zu verbessern und gleichzeitig die Bildung von Resistenzen sowie entstehende Kosten langfristig zu minimieren. „Zu häufig werden Antibiotika verschrieben, die ein viel größeres Spektrum abdecken, als für die Therapie benötigt wird“, betont Oberärztin Marina Zdravkovic. Mithilfe eines multidisziplinären Teams aus Krankenhaushygiene, ärztlichen Mitarbeitenden aus allen acht Fachkliniken sowie zwei Mikrobiologinnen aus dem Medizinischen Labor Bremen sollen unter der Berücksichtigung wissenschaftlicher Studien unter anderem Antibiotikaregime hinsichtlich der Diagnose, Auswahl des Antibiotikums, der Applikationsart, Dosierung und Dauer erstellt werden.

Gemeinsam zum Ziel

Gesetzlich verankerte Leitlinien zur kontrollierten und angemessenen Antibiotika-Anwendung gibt es zwar schon lange, aber diese in der Praxis auf einzelne Gesundheitseinrichtung zu übertragen, stellt aus Zeit- und Kostengründen oft eine Herausforderung dar. „Obwohl das Antibiotic Stewardship-Programm nachweislich zur Resistenzminimierung und Reduktion von Krankenhausinfektionen beiträgt und somit zu verbesserten Behandlungsergebnissen führt, stellt der Gesetzgeber aktuell keine finanzielle Unterstützung zur Verfügung. Daher sind wir umso glücklicher, dass sowohl unsere Geschäftsführung als auch die Chefärzte der einzelnen Kliniken die Notwendigkeit einer solchen Initiative erkennen und uns die Chance geben, diese im DIAKO auszubauen und zu etablieren“, so Apothekenleitung Marina Glaser.

Etablierung und Entwicklung

Bei vierteljährlichen Meetings der ABSBeauftragten werden auf die hausinternen Bedürfnisse zugeschnittene ABS-Programme geplant und Strategien zur Umsetzung ausgearbeitet. Die regelmäßigen Treffen seien laut Glaser die entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von ABS-Programmen. „Die von uns konzipierten lokalen Therapieleitlinien müssen unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Vorgaben sowie der lokalen und regionalen Erreger- und Resistenzlage aktualisiert werden. In enger Zusammenarbeit mit den kooperierenden Mikrobiologinnen analysieren wir unter anderem Resistenz- und Verbrauchsstatistiken und schauen uns Fallbeispiele der einzelnen Klinken an, um zu prüfen, ob unsere Empfehlungen angewandt werden und zielführend sind“, erklärt die Apothekenleitung. „Auf langfristige Sicht möchten wir das ABS-Programm ausweiten und unseren ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitenden Schulungen und ABS-Visiten zum sachgemäßen Umgang mit Antibiotika anbieten, um sie von Beginn an für dieses Thema zu sensibilisieren“, ergänzt Oberärztin Marina Zdravkovic abschließend.

Marina Glaser, Leiterin der Krankenhausapotheke
Marina Zdravkovic, Oberärztin der Anästhesiologie und Intensivmedizin und Leiterin des ABS-Teams
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