Chefarztwechsel in der Klinik für Hämatologie und Onkologie

Dr. Michael Heinsch übernimmt nach 12 Jahren die Klink für Hämatologie und Onkologie von Prof. Dr. Ralf Ulrich Trappe.

| Foto(s): Vicky Hülsmann

(v.l) Dr. Christoph B. Klosterkemper (Aufsichtsratsvorsitzender), Karin Altenfelder (Vorständin der Diakonie Bremen und Landesdiakoniepastorin), Prof. Dr. Ralf Ulrich Trappe (Chefarzt der Klinik für Hämatologie/Onkologie 2014 bis 2025), Dr. Michael Heinsch (Chefarzt der Klinik für Hämatologie/Onkologie seit 2026), Thomas Kruse (DIAKO-Geschäftsführer)

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Am Mittwoch, den 8. April 2026, fand im DIAKO Krankenhaus Bremen die offizielle Willkommens- und Verabschiedungsfeier anlässlich des Chefarztwechsels in der Klinik für Hämatologie und Onkologie statt. Zahlreiche Gäste und Wegbegleiter aus Medizin, Pflege, Verwaltung und den Partnerpraxen kamen in der Cafeteria des Haus Emmaus zusammen, um den langjährigen Chefarzt zu würdigen und seinen Nachfolger willkommen zu heißen.

Zum 1. Januar 2026 hat Dr. Michael Heinsch die Leitung der Klinik übernommen und tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Ralf Ulrich Trappe an, der die Klinik über knapp zwölf Jahre hinweg maßgeblich geprägt hat.

Zwischen Bangen und Hoffen: Geistlicher Auftakt

Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein geistlicher Impuls von Pastor Thomas Rothe. Unter dem Thema „Karfreitag und Ostern – Bangen und Hoffen“ zog er eine eindrucksvolle Parallele zur Arbeit in der Hämatologie und Onkologie. Er betonte die besondere Intensität der oft jahrelangen Begleitung von Patientinnen und Patienten, die von existenziellen Momenten zwischen Hoffnung und Angst geprägt ist. Gerade in diesen Situationen seien Verlässlichkeit, Nähe und menschliche Zuwendung von zentraler Bedeutung.

Würdigung einer prägenden Persönlichkeit und Blick nach vorn

Im Anschluss würdigte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Christoph B. Klosterkemper die Verdienste von Prof. Trappe und hieß zugleich Dr. Heinsch herzlich willkommen. Er unterstrich die strategische Bedeutung des onkologischen Schwerpunkts im DIAKO, der in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll – unter anderem durch neue Kooperationen, die Weiterentwicklung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung sowie den Aufbau einer Palliativversorgung im Haus.

Besonders hob er hervor, dass mit Dr. Heinsch ein Chefarzt gewonnen wurde, der durch seine wertschätzende, respektvolle und menschlich zugewandte Art überzeugt – Eigenschaften, die im diakonischen Kontext von zentraler Bedeutung sind. Gleichzeitig würdigte er Prof. Trappe als eine herausragende Persönlichkeit seines Fachs, der die Klinik auf ein universitäres Niveau gehoben, bedeutende Kooperationen etabliert und die Zertifizierung als Zentrum für Hämatologische Neoplasien entscheidend vorangetrieben hat.

Rückblick und Dank

In seiner Abschiedsrede blickte Prof. Trappe auf seine Anfangszeit im Jahr 2014 zurück und zog Parallelen zur aktuellen Situation seines Nachfolgers. Er beschrieb die Herausforderung, große Fußstapfen auszufüllen und betonte, wie wichtig es sei, seinen eigenen Weg zu finden. Rückblickend hob er insbesondere den Aufbau klarer Strukturen hervor, die eine verlässliche und qualitativ hochwertige Patientenversorgung ermöglichen.

Zugleich machte er deutlich, dass er  im Wechsel ausdrücklich eine Chance für Weiterentwicklung sehe: Die neuen fachlichen Schwerpunkte seines Nachfolgers – insbesondere das Myelodysplastische Syndrom (MDS) – würden die bestehende Expertise sinnvoll ergänzen und neue Impulse setzen. Veränderungen seien wichtig, um Dynamik zu erhalten, die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und die Klinik in ihrer fachlichen Ausrichtung weiter zu stärken.

Ein besonderer Dank galt dem gesamten Team, insbesondere der Pflege, die durch ihre intensive und kontinuierliche Begleitung der Patientinnen und Patienten eine zentrale Rolle im Behandlungsprozess einnimmt. Sein Fazit: Erfolg in der Medizin ist immer Teamarbeit. Zugleich ermutigte er dazu, die kommenden Herausforderungen als Chance zu begreifen und gemeinsam zu gestalten.

Neuanfang mit Respekt und neuen Impulsen

Dr. Michael Heinsch knüpfte in seiner sehr persönlichen Ansprache an diese Gedanken an. Die Übernahme einer so etablierten Klinik sei für ihn vor allem mit großem Respekt verbunden. Er macht deutlich, dass für ihn stets „der Mensch der Maßstab“ sei – sowohl in der Zusammenarbeit im Team als auch im Umgang mit Patientinnen und Patienten.

Besonders positiv hob er die Kultur im DIAKO hervor: Hier erlebe er kurze Wege, direkte Kommunikation und ein enges Miteinander der Abteilungen. „Man spricht miteinander – und man hört einander zu“, so Heinsch. Diese Nähe ermögliche nicht nur eine effizientere Zusammenarbeit, sondern auch eine persönlichere Medizin. Dazu gehöre für ihn ausdrücklich, Patientinnen und Patienten in Entscheidungen einzubeziehen, sie mitzunehmen und gemeinsam Therapiepläne zu entwickeln. Er stellte zudem seine neuen Oberärzte vor und kündigte unter anderem den Aufbau einer Palliativstation an.

Mit Blick auf die Zukunft sprach Heinsch offen die Herausforderungen an, vor denen das Gesundheitswesen steht: ein wachsender wirtschaftlicher Druck, politische Vorgaben und zunehmender Wettbewerb zwischen Kliniken. In diesem Spannungsfeld gelte es, aktiv zu gestalten statt nur zu reagieren. Sein Ziel sei es, medizinische Qualität und wirtschaftliche Anforderungen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern miteinander zu verbinden. Eine patientenzentrierte Versorgung müsse dabei stets im Mittelpunkt stehen.

Abschließend betonte er seine große Wertschätzung für das bestehende Team und die gewachsenen Strukturen, die sein Vorgänger etabliert hat: Er freue sich auf die Zusammenarbeit und sehe im DIAKO beste Voraussetzungen, um die Klinik gemeinsam erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Fachlicher Ausblick und gemeinsamer Ausklang

Im anschließenden Fachvortrag widmete sich Dr. Heinsch praxisnah dem Thema „Auffälliges Blutbild in der Praxis – wann beobachten, wann handeln, wann überweisen?“ und gab verständliche Einblicke sowie aktuelle Updates zu wichtigen Krankheitsbildern wie CLL, AML und dem Multiplen Myelom.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch Beiträge von Sören Tesch am Flügel begleitet. Den Abschluss bildeten ein gemeinsamer Segen sowie ein Empfang mit Fingerfood, der Raum für persönliche Gespräche und Austausch bot.

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Klinik für Hämatologie und Onkologie im DIAKO steht auf einem starken Fundament – und ist zugleich bereit für neue Impulse und eine erfolgreiche Weiterentwicklung.

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