„Das Burkitt-Lymphom zeichnet sich durch eine außerordentlich hohe Teilungsrate entarteter B-Zellen des Lymphsystems aus“, beschreibt Dr. Karin Schmitz. Diese können über das Blut- und Lymph- system durch den Körper wandern, sich vermehren und so mehrere Lymphknoten, die Milz und weitere Organe befallen. Der Tumor kann deshalb nicht einfach „herausoperiert“ werden. Die befallenen Zellen müssen vielmehr durch eine Kombination aus modernen Immun- und Chemotherapien entfernt werden.
„Wird das Lymphom, wie bei Stina Röttjer, in einem lokalisierten Stadium, das heißt ohne Ausweitung auf andere Lymphknoten oder Organe, entdeckt, ist es durch diese Therapiekombination sehr gut behandelbar und heilbar“, erklärt die Fachärztin für Hämatologie und Onkologie.
Um schnellstmöglich die passende Therapieform für jeden Betroffenen zu finden, werden im DIAKO Lymphknoten- und Knochenmarkproben aller Patientinnen und Patienten, die Anzeichen für bösartige Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems aufweisen, innerhalb von 24 Stunden in das Referenzzentrum für Hämatopathologie am UKSH Kiel verschickt. In den interdisziplinären hämatologischen Tumorkonferenzen mit Chefarzt und Zentrumsleiter Prof. Dr. Ralf Ulrich Trappe, den Pathologinnen und Pathalogen aus dem Institut für Hämatopathologie in Kiel und weiteren Kooperationspartnern findet dann eine Demonstration der Befunde sowie die Festlegung des Therapiekonzeptes statt. „Durch unser gut ausgebautes, regionales und überregionales Netzwerk ermöglichen wir ein überdurchschnittlich schnelles und zielgerichtetes Therapiekonzept“, betont Dr. Schmitz.
„Die Hochdosis-Chemotherapie hatte es auf jeden Fall in sich“, führt Stina fort. Die 24-Jährige war pro Therapieblock in der Regel 16 bis 18 Tage am Stück stationär im Krankenhaus, von denen sie fünf bis sechs Tage lang Chemo bekam. Gerade in dieser Phase ist ein motivierendes Umfeld enorm wichtig – sowohl familiär als auch vor Ort auf der Station. „Mir hat es während meiner Aufenthalte im DIAKO an nichts gefehlt. Alle waren zuvorkommend, von der Servicekraft, bis hin zum Chefarzt. Wenn ich zum Beispiel einen verspannten Nacken hatte, wurde ein Masseur für mich organisiert“, erinnert sich Stina gern zurück.