Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, hat am 06. August Bremen besucht. Verbandskoordinator Oliver Schulz führte ihn zu verschiedenen diakonischen Einrichtungen vor Ort. Das Ev.-DIAKO-Krankenhauses, die zentrale Anlaufstelle für Gesundheit im Bremer Westen, ermöglichte Schuch Einblicke in die aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen in Bremen. Im Bremer Treff e.V. diskutierte Schuch mit Fachkräften aus verschiedenen diakonischen Einrichtungen die drängendsten Themen rund um die Versorgung armutsbetroffener Menschen in Bremen und den Spagat zwischen knappen Mitteln und der steigenden Zahl Betroffener.
„Die Diakonie spielt als gesellschaftliche Netzwerkerin und Impulsgeberin eine zentrale Rolle und übernimmt an vielen Stellen Verantwortung. Auch hier in Bremen unterstützt unser Landesverband seine Mitgliedseinrichtungen dabei, konkrete Lösungen für die drängendsten sozialen Herausforderungen zu entwickeln und zu realisieren“, erklärt Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland.
Ev.-DIAKO: Krankenhaus zwischen Sicherung einer notwendigen Krankenhausversorgung und wirtschaftlichen Zwängen
Das DIAKO Krankenhaus, ein integraler Bestandteil der klinischen Versorgung im Bremer Westen, bietet eine umfassende medizinische Versorgung für rund 62.000 Patientinnen und Patienten jährlich. Über die klassische Krankenhausbehandlung hinaus bietet das DIAKO auch Langzeit- und Kurzzeitpflege sowie zahlreiche Angebote in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten. Die stetige Weiterentwicklung des DIAKO Campus ist ein zentraler Bestandteil der Strategie 2030, die die Versorgung im Bremer Westen zukunftsfähig machen soll.
„Das DIAKO ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Gesundheitseinrichtungen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen. Es ist nicht nur ein Krankenhaus, sondern ein Ort, an dem Menschen in Notlagen mit Würde behandelt und umfassend unterstützt werden“, betonte Rüdiger Schuch bei seinem Besuch.
„Als diakonischer Träger ist es für uns von zentraler Bedeutung, den Menschen in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen. Dennoch müssen auch wir wirtschaftlich agieren. Gerade in Zeiten der Krankenhausreform sehen wir uns mit der schwierigen Situation konfrontiert, dass trotz knapper werdender Ressourcen der Anspruch auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung erhalten bleiben muss“, sagte Thomas Kruse, Geschäftsführer des DIAKO
Oliver Schulz ergänzte: „Gerade in Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit ist es von entscheidender Bedeutung, dass jeder Mensch Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung hat – unabhängig von seinem sozialen Status. Das DIAKO ist ein Paradebeispiel dafür, wie Krankenhäuser und soziale Einrichtungen zusammenarbeiten, um eine ganzheitliche Versorgung sicherzustellen.“
Armutsbetroffene Menschen in Bremen: Diakonie schafft Orte der Begegnung und Hilfe
Beim gemeinsamen Mittagessen im Bremer Treff e.V. setzten sich Schuch und Fachkräfte aus verschiedenen diakonischen Einrichtungen intensiv mit den Herausforderungen auseinander, die die Versorgung von armutsbetroffenen Menschen in Bremen mit sich bringt. „In einer Stadt, in der jeder fünfte Mensch von Armut betroffen ist, sind trägerübergreifende und lösungsorientierte Angebote besonders wichtig. Mich beeindruckt, wie in Bremen über die Grenzen der eigenen Einrichtungen hinweg gedacht und gearbeitet wird“. Der Austausch und das gemeinsame Handeln sind entscheidend, um Lösungen für die dringendsten sozialen Herausforderungen zu finden, erklärte Schuch.
Neben dem Bremer Treff berichteten weitere diakonische Einrichtungen, darunter der Kältebus der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., der Verein für Innere Mission und die Ambulante Suchthilfe Bremen, von ihren täglichen Herausforderungen und den strukturellen Problemen, die durch sinkende finanzielle Mittel und steigende Bedarfslagen noch verschärft werden.
Oliver Schulz betonte: „Nur gemeinsam können wir die Politik in die Verantwortung nehmen und strukturelle Hürden abbauen. Durch gegenseitige Unterstützung können wir einen echten Unterschied im Leben von Menschen in Notlagen machen.“