Er erklärt, dass es bei seiner Arbeit nicht allein um die Behandlung einer Wunde gehe, sondern immer auch darum, Infektionen vorzubeugen oder gezielt zu behandeln. „Ein Pflaster klebe ich eher selten auf“, sagt er schmunzelnd. „Es sind meist komplexe Wundauflagen, die je nach Heilungsphase ausgewählt werden.“
Fachliche Spezialisierung
Der gelernte Pflegefachmann hat 2022 die fünfwöchige Weiterbildung zum Wundexperten im Klinikum Links der Weser abgeschlossen – inklusive Hospitation und einer umfangreichen Hausarbeit als Abschlussprüfung. Alle fünf Jahre folgt eine Rezertifizierung, um stets auf dem aktuellen Stand der modernen Wundtherapie zu bleiben. Dazu gehören Themen wie die Wirkung verschiedener Wundmaterialien oder das sichere Einordnen der Phasen der Wundheilung.
Interprofessionelle Zusammenarbeit
Ein wichtiger Teil seiner Tätigkeit ist die mikrobiologische Abklärung. Er veranlasst Laboruntersuchungen, um festzustellen, welche Bakterien beteiligt sind. Das ermöglicht es ihm, gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten sowie dem ABS-Team ein gezieltes Vorgehen zu entwickeln. „Nur, wenn wir wissen, was wir behandeln, können wir den besten Weg für die Patientinnen und Patienten wählen“, betont er.
Unterwegs im gesamten Haus
An zwei Tagen in der Woche ist Samed Dervisevic mit seinem eigenen Visitenwagen im ganzen Haus unterwegs und unterstützt die Stationen bei komplexen Wundsituationen. An den übrigen Tagen arbeitet er auf der chirurgischen Station 2B. Dort begleitet er vor allem postoperative Wundheilungen. Auch auf der Intensivstation ist er regelmäßig im Einsatz. „Es ist ein vielfältiges Tätigkeitsfeld, weil jede Wunde eine eigene Geschichte erzählt“, sagt er.
Ein beruflicher Weg mit klarer Motivation
Seit 2018 gehört er zum Team des DIAKO Krankenhauses Bremen. Zuvor war er im ambulanten Pflegedienst tätig, wo er bereits viel Erfahrung mit chronischen Wunden sammelte. Der Wunsch, sich im Bereich Wundmanagement weiter zu spezialisieren, entstand schon damals. „Ich bin jetzt schon ein paar Jahre auf der chirurgischen Station tätig und wollte unbedingt noch tiefer einsteigen und verstehen, wie Wunden heilen und wie wir diesen Prozess aktiv unterstützen können“, erzählt er.