Erfolgreiche Stromabschaltung im DIAKO Krankenhaus Bremen

Geplante Maßnahme verläuft reibungslos und liefert wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall

| Foto(s): Regina Bukowski, Fabian Wagner

Das Notstromaggregat

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Im DIAKO Krankenhaus Bremen ist am vergangenen Samstag eine geplante Stromabschaltung erfolgreich durchgeführt worden. Anlass war unter anderem der bei der Aufschaltung der neu errichteten Photovoltaikanlagen auf die Mittelspannung entdeckte Mangel eines defekten Bauteils in der Mittelspannungsanlage. Die Mittelspannung sorgt dafür, dass der vom Energieversorger gelieferte Strom auf das erforderliche Niveau heruntergeregelt und im Haus verteilt wird. Um dieses Bauteil sicher auszutauschen, war es notwendig, den Stromzufluss vom Versorger vorübergehend über einige Stunden zu unterbrechen und das Krankenhaus unter anderem über das Notstromaggregat zu versorgen.

Hoher technischer und organisatorischer Aufwand

Die Abschaltung stellte eine besondere Herausforderung dar, da Strom in nahezu allen Bereichen des Krankenhauses benötigt wird. Während der Maßnahme wurden deshalb ausschließlich die (auch lebens-) notwendigen Bereiche versorgt. Das Notstromaggregat lieferte dafür 311 Kilowatt pro Stunde, was in etwa dem gleichzeitigen Betrieb von rund 300 Kaffeemaschinen entspricht. Dieser begrenzte Umfang machte eine präzise Planung erforderlich.

„Die Vorbereitung war sehr detailliert und erstreckte sich über fast 3 Monate. Unser Technikteam hat im Vorfeld - in Rücksprache mit den einzelnen Klinikbereichen - genau festgelegt, welche Bereiche und Geräte während der Abschaltung mit Strom versorgt werden und welche nicht“, erläutert Technikleiter Ralf Brunzema. „So konnten sich alle Abteilungen gezielt darauf einstellen.“

Enge Abstimmung mit allen Abteilungen

Von der Küche über die Bettenzentrale bis hin zum OP und der Intensivstation waren sämtliche Bereiche in die Planung eingebunden. Auch die Medizintechnik hatte die Aufgabe, alle relevanten Geräte besonders im Blick zu behalten. Für die Mitarbeitenden bedeutete der Tag eine Umstellung der gewohnten Abläufe, die jedoch dank der guten Vorbereitung reibungslos gelang.

Fabian Wagner, stellvertretender Leiter der Betriebstechnik, betont die Zusammenarbeit im Haus: „Alle Mitarbeitenden haben sehr konzentriert und umsichtig gearbeitet. Die klare Kommunikation im Vorfeld hat dazu beigetragen, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wusste, was an diesem Tag möglich ist und was nicht.“

Früherer Abschluss und wertvolle Erkenntnisse

Die Stromabschaltung war ursprünglich für einen ganzen Tag geplant, konnte jedoch früher als vorgesehen beendet werden, da der Austausch des defekten Bauteils in der Mittelspannungsanlage schneller verlief als erwartet. Insgesamt zeigte sich, dass alle relevanten Bereiche jederzeit zuverlässig mit Strom versorgt waren.

„Natürlich gibt es immer kleinere Punkte, die man im Nachgang optimieren kann“, sagt Ralf Brunzema. „Aber alle kritischen Bereiche waren abgesichert. Für uns war das ein sehr erfolgreicher Test für den Notfall und die Ersatzleistungen durch den Notstromdiesel und die unterbrechungsfreien Batterieversorgungen.“

Lernen für den Ernstfall

Im Unterschied zu den bisher üblichen kurzen Tests wurde das Notstromsystem diesmal über einen deutlich längeren Zeitraum genutzt. Dadurch traten neue, eher kleine Herausforderungen zutage, die bei kurzen Stromausfällen nicht auffallen. So zeigte sich auf einer früheren orthopädischen Station, dass elektrisch höhenverstellbare Toiletten ohne Strom nicht spülen. Solche Effekte werden bei einem einstündigen Ausfall meist nicht gemeldet, bei mehreren Stunden jedoch sehr wohl.

„Genau solche Erfahrungen sind extrem wertvoll“, erklärt Fabian Wagner. „Wir haben für diese Situationen Lösungen parat und können unsere Notfallkonzepte dadurch weiter verbessern.“

Dank an alle Beteiligten

Am Ende zieht das DIAKO Krankenhaus Bremen ein positives Fazit der Maßnahme. Der reibungslose Ablauf und die gewonnenen Erkenntnisse stärken die Sicherheit des Hauses für den Ernstfall.

„Mein großer Dank gilt unserem engagierten Technikteam sowie allen Mitarbeitenden, die diesen Tag der Stromabschaltung mit viel Flexibilität und Professionalität gemeistert haben“, betont Technikleiter Ralf Brunzema.

Hier sieht man das defekte Bauteil der Mittelspannung
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