Im September eröffnet das Bremer Zentrum für Pflegebildung unter dem neuen Namen „Pflegebildung Bremen” seinen neuen Standort in der Überseestadt. Geschäftsführerin Daniela Reinhardt erläutert das innovative Ausbildungskonzept der freigemeinnützigen Trägereinrichtungen, zu denen auch das DIAKO zählt.
Was steckt hinter dem Begriff ›generalistische Pflegeausbildung‹?
Daniela Reinhardt: In der generalistischen Pflegeausbildung, die es seit 2020 bundesweit gibt, sind die bis dahin getrennt laufenden Ausbildungen zur Pflegefachkraft in der Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege zusammengeführt. Der Vorteil daran ist, dass die Auszubildenden umfassende Kompetenzen erwerben und mit Menschen aller Altersstufen arbeiten, sodass sie anschließend flexibel in verschiedenen Pflege-bereichen tätig werden können. Sie bringen ihr gebündeltes Wissen in das Pflegeteam mit ein und können auch Patientinnen und Patienten beraten. Zudem ist der deutsche Abschluss als Pflegefachfrau/ Pflegefachmann seitdem europaweit anerkannt, was vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung eröffnet.
Wie unterscheidet sich die Ausbildung bei Pflegebildung Bremen von anderen Ausbildungen in Bremen? Was ist besonders?
Das Besondere bei Pflegebildung Bremen ist zum einen die Trägerstruktur. Wir haben mit dem DIAKO, dem Rotes Kreuz Krankenhaus und dem St. Joseph-Stift drei Träger mit akutstationärer Pflege. Aus der stationären Langzeitpflege sowie der ambulanten Pflege sind die Caritas, die Bremische Schwesternschaft sowie die Diakonie mit dabei. Wir arbeiten mit allen Trägern eng zusammen, tauschen uns regelmäßig aus und bieten gemeinsam Veranstaltungen an, etwa einen Tag der offenen Tür. Unsere Lernangebote gestalten wir vielfältig. Um allen Azubis die Teilhabe an verschiedenen Lernformen wie selbstorganisiertem Lernen oder E-Learning zu ermöglichen, bekommen sie mit Beginn der Ausbildung ein Tablet gestellt. Unser neues Zuhause in der Überseestadt entwickeln wir gemeinsam mit den Lehrenden, den derzeitigen Azubis sowie Vertreterinnen und Vertretern unserer Träger. Es gab eine Befragung der Schülerinnen und Schüler, deren Ergebnisse die Steuerungsgruppe ausgewertet hat. So sind wertvolle Hinweise aus der Praxis mit in die Planung eingeflossen.
Sie nennen den neuen Schulstandort ›Projekt Kaffeequartier‹. Wie genau wird die Ausbildung dort künftig aussehen?
In unserem neuen Schulgebäude gibt es eine Lernlandschaft, in der verschiedene Lernformen möglich sind, sodass das Lernen Spaß macht und leichter fällt. Die gesamte Schulgestaltung ist einladend konzipiert. Es gibt ansprechende Aufenthaltsräume, außerdem einen Achtsamkeitsraum für den Rückzug zwischendurch. In sogenannten Skills Labs bilden wir die wichtigsten Tätigkeitsbereiche des Pflegeberufes ab. So kann beispielsweise in einem Raum die Versorgung von Säuglingen geübt werden. Drei weitere Simulationsräume sind der Akut- sowie der Langzeitpflege gewidmet.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich hoffe, dass wir mit unserem besonderen Ansatz viele Menschen für diese Ausbildung begeistern können. Dabei wollen wir eine qualitativ hochwertige Versorgung der Pflegeempfängerinnen und -empfänger gewährleisten und zur Reduktion des aktuellen Pflegenotstands in Bremen beitragen.